Best Execution

Best Execution nach MiFID

Das Thema MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) ist in aller Munde. Dabei ist der Punkt Best Execution von ganz besonderem Interesse. Die Börse Düsseldorf erfüllt verbindlich alle Anforderungen, die die Richtlinie und das deutsche Umsetzungsgesetz aufstellt, und hat diese als erste Börse in Deutschland fest in ihrem Regelwerk verankert. Diesen höchsten Grad der Verbindlichkeit gibt es derzeit an keinem anderen Börsenplatz in Deutschland, vergleichen Sie uns!

Der Börsenrat der Börse Düsseldorf hat am 30. Mai 2007 die erforderlichen Änderungen der Börsenordnung beschlossen und damit den Weg frei gemacht für das neue Regelwerk Quality Trading. In diesem Regelwerk sind übersichtlich und leicht verständlich die Leistungsgarantien zusammengefasst.

Dies vermittelt allen Partnern der Börse Düsseldorf nachhaltig Sicherheit – sowohl den Instituten bei der Aufstellung ihrer Execution Policy, aber auch dem Anleger, der sich auf eine ordnungsgemäße Abwicklung seiner Order verlassen kann. Das Regelwerk finden Sie hier.

Quality Trading ist an der Börse Düsseldorf nichts gänzlich Neues, es existiert bereits seit 1999. Die Leistungsinhalte wurden aber jetzt anhand der gesetzlich definierten Kriterien zur Best Execution, also Preis, Kosten, Ausführungsgeschwindigkeit und Ausführungswahrscheinlichkeit sowie Art und Umfang der Order weiter entwickelt und nochmals verbessert. Dadurch ist sichergestellt, dass die Börse Düsseldorf in allen Wertpapierarten für übliche Retail-Orders ein geeigneter Ausführungsweg im Sinne von MiFID ist.

Mit dem Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz der MiFID (FRUG) hat die Finanzwirtschaft seit dem 11. Mai 2007 notwendige Klarheit über den Inhalt der Anforderungen, die seit dem 1. November 2007 eingehalten werden müssen. Eine zentrale Neuerung des Gesetzes ist die Verpflichtung zur Aufstellung einer Best Execution Policy. Das sind die Ausführungsgrundsätze die bestimmen, wo Kundenaufträge ohne Angabe eines Ausführungsplatzes ausgeführt werden.

Der Gesetzgeber hat die Anregung der Börse Düsseldorf aufgenommen und die Aufstellung der Ausführungsgrundsätze erheblich erleichtert: die Institute dürfen sich jetzt auf verbindliche Leistungsversprechen der Börsen, verlassen. Das betrifft beispielsweise Preisgarantien oder Zusagen zur Ausführungswahrscheinlichkeit. Die Banken müssen nur noch anhand der vorgegebenen Kriterien zur Best Execution prüfen, ob das in den Regelwerken der Börse verankerte Leistungsangebot MiFID-konform ist. Die weitere Kontrolle - so die Ratio des Gesetzgebers - erfolgt durch die Handelsüberwachungsstelle als eine öffentlich-rechtliche Behörde. Bei der Börse Düsseldorf prüft zusätzlich regelmäßig der TÜV, ob die Leistungsgarantien eingehalten werden. Sicherer geht’s nicht!

MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) steht für "Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente", ist die regulatorische Grundlage der EU zur Harmonisierung der Finanzmärkte im europäischen Binnenmarkt und seit dem 1. November 2007 in Kraft.

Die Börse Düsseldorf hat als erste Börse Deutschlands verbindlich alle Anforderungen, die die MiFID und das deutsche Umsetzungsgesetz an einen geeigneten Ausführungsplatz stellen, in ihrem Regelwerk festgeschrieben. Einfach formuliert: Quality Trading, das Leistungsangebot Ihrer Börse Düsseldorf ist gleich Best Execution nach MiFID.

Quality Trading ist ebenso klar wie einfach strukturiert und bietet:

  • Verbindliche Quotes und unverzügliche Orderausführung!
  • Umfangreiche Preis- und Ausführungsgarantien auf absolutem Marktniveau, beispielsweise bei DAX-Aktien wird während der Xetra-Öffnung der Xetra-Preis bis zu einem Volumen von Euro 50.000 garantiert!
  • Vollausführung innerhalb der angezeigten Größen (Volumen/Stückzahl)!
  • Permanente Überwachung!

Xetra versus Maklerhandel an der Börse Düsseldorf

Neben dem maklergestützten Handel können Kunden auch das vollelektronische Handelssystem Xetra für die Ausführung von Orders nutzen.

Zwischen diesen beiden Möglichkeiten zur Orderausführung bestehen grundsätzliche Unterschiede, die neben den Kostenaspekten bei der Entscheidung, welche Ausführungswege genutzt werden, in die Analyse mit einbezogen werden müssen:

Maklerhandel Xetra
Geschlossenes Orderbuch Offenes Orderbuch
Vollausführung gem. Quote Teilausführungen möglich
Alle Aktien variabel Auch Werte mit nur einer Notierung am Tag
12 Handelsstunden 8,5 Handelsstunden
Makler garantiert Liquidität Designated Sponsor in einigen Werten
Orderschutz durch Makler Nur Volatilitätsunterbrechungen

Die Preise bei der Börse Düsseldorf im Detail:

Aktien:
1,30 Euro je ausgeführter Order bis zu einem Ordervolumen von 3.421,05 Euro. Anschließend ansteigend mit dem Faktor 3,8 Basispunkte (=0,038%) bis zur Kappung bei 19,00 Euro. Bei DAX-Aktienorders bis 10.000,00 Euro Gegenwert fällt keine Courtage an, darüber wird eine Maklergebühr für DAX-30-Werte von 0,04%, für alle anderen Aktien von 0,08% des Orderwertes berechnet.

Anleihen:
1,00 Euro je ausgeführter Order bis zu einem Ordervolumen von 10.000 Euro. Anschließend ansteigend mit dem Faktor 1 Basispunkt (=0,01%) bis zur Kappung bei 10,00 Euro. Es gelten ansonsten die bekannten Courtageregelungen.

Fonds und strukturierte Produkte:
1,00 Euro bis zu einem Ordervolumen von 2.631,58 Euro. Anschließend ansteigend mit dem Faktor 3,8 Basispunkte (=0,038%) bis zur Kappung bei 19,00 Euro. Es gelten ansonsten die bekannten Courtageregelungen.

Für Wertpapiere, die zu keiner der vorstehenden Gruppen gehören, gilt der Transaktionspreis pro ausgeführter Order für Aktien.

Die Entscheidung über die Aufnahme der Börse Düsseldorf in die Ausführungsgrundsätze und die entsprechende Voreinstellung in den Orderleitsystemen wird durch die Leistungsinhalte entschieden, die wir Ihnen hier im Detail vorstellen:

Börse Düsseldorf nimmt Stellung zum CESR Call for Evidence

Ein Jahr nach dem Start von MiFID beschäftigt sich das Committee of European Securities Regulators (CESR) mit den Auswirkungen der Richtlinie und konsultiert alle Marktteilnehmer zum Thema „The impact of MiFID on secondary markets functioning“. In ihrer Stellungnahme hat die Börse Düsseldorf die Umsetzung der Best Execution Vorgaben durch die deutsche Kreditwirtschaft beschrieben und auf die besondere Problematik der digitalen, rein mathematisch basierten Ausführungsgrundsätze hingewiesen. In diesem Zusammenhang regt die Börse Düsseldorf eine Klarstellung der Aufsichtsbehörden an, dass es bei der Aufstellung der BestEx-Policies auf den sprichwörtlich „letzten Cent“ nicht ankommt und eine Bandbreitenbetrachtung zulässig ist.

Die vollständige Stellungnahme (auf deutsch) finden Sie hier.

Stellungnahme zur BaFin Konsultation der MaComp/Best Execution

Die Börse Düsseldorf hat sich immer wieder für eine Kommentierung der Best Excecution Vorgaben der MiFID durch die Aufsichtsbehörde eingesetzt. Es sollte klargestellt werden, welches Ermessen bei der Auswahl der Ausführungsplätze für eine kundengünstige Ausführung im Sinne von Best Execution besteht. Leitgedanke war, dass es beim Auswahlermessen nicht auf den buchstäblich letzten Eurocent ankommen kann und qualitative Kriterien bei der Auswahl berücksichtigt werden können.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nunmehr den beabsichtigten Erlass der "Mindestanforderungen an Compliance und die weiteren Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten nach §§ 31 ff. WpHG (MaComp)" genutzt, um Erläuterungen zur bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen zu formulieren. Die MaComp wurden vom 21. Dezember 2009 bis zum 13. Februar 2010 öffentlich konsultiert.

Erfreulicherweise wurden bereits einige unserer zentralen Anregungen aufgegriffen und u.a. ausgeführt, dass geringfügige Unterschiede im Gesamtentgelt unberücksichtigt bleiben können, sofern dies nachvollziehbar begründet wird. Im Rahmen unserer Stellungnahme haben wir uns dafür ausgesprochen, die diesbezüglichen Erläuterungen noch etwas deutlicher ausfallen zu lassen. Bei anderen, aus unserer Sicht für die Institute problematischen Punkten, z.B. den Anschlusszwang an bestimmte Ausführungsplätze oder das vorgesehenen Back-Testing-Verfahren, haben wir uns für Änderungen eingesetzt. Unabhängig davon eröffnet nach unserer Auffassung aber auch schon der aktuelle Text den Kreditinstituten die Möglichkeit, die in vielen Häusern gewünschte Individualisierung der Best Execution-Policy aufsichts- und prüfungssicher vornehmen zu können.

Den Entwurf der MaComp und weitere Informationen zur Konsultation selbst finden Sie auf der BaFin-Website unter www.bafin.de. Dort werden in Kürze auch die eingegangenen Stellungnahmen zum Download bereitgestellt.

Unsere Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme der Börse Düsseldorf zum CESR Consultation Paper / Juni 2010

"Das Committee of European Securities Regulators (CESR) hat im Zuge des MiFID-Reviews ein Konsultationspapier vorgestellt, das sich unter dem Titel „CESR Technical Advice to the European Commission in the Context of the MiFID Review – Investor Protection and Intermediaries“ mit zahlreichen Aspekten rund um die für die Beurteilung der Best Execution Kriterien erforderlichen Daten beschäftigt. In ihrer Stellungnahme hat die Börse Düsseldorf deutlich gemacht, dass es bei der Aufstellung der Ausführungsgrundsätze ganz entscheidend auf die Würdigung und Bewertung der unterschiedlichen Qualitäten der dabei verwendeten Daten ankommt. Dies betrifft beispielsweise den für den Ordergeber ganz entscheidenden Unterschied zwischen verbindlichen Quotes und unverbindlichen Taxen. In dem CESR-Papier kommt die Relevanz dieses Aspekts nicht in hinreichendem Maße zum Ausdruck. Überdies bergen die von CESR beabsichtigten Vorgaben zu Dateninhalten und -formaten die Gefahr einer weiteren Uniformierung der Best Execution Policies, die dem wettbewerblichen Ansatz der MiFID zuwiderlaufen.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.


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